Seit 8 Jahren wohnen wir in unserem kleinen Häuschen. Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir es im Großen und Ganzen selbst gebaut haben. Das ist auch der Grund, warum heute, selbst nach 8 Jahren irgendwie immer noch nicht alles fertig ist. Es gibt kein Zimmer in diesem Haus, wo nicht noch irgendetwas zu machen wäre und ich meine jetzt nicht die Dinge, die man regelmäßig erneuert, repariert, renoviert, sondern wirklich Sachen, die eigentlich noch nie fertig waren.
Seit 8 Jahren versuche ich, ein wenig Gemütlichkeit und Heimeligkeit und ein wenig eigenen Stil in dieses Häuschen zu bringen. Und es gibt tatsächlich Ecken, wo ich mir denke, wow, ja das ist genauso wie ich es mir vorgestellt habe, eine wenig ländlich, ein wenig kunterbunt, ein wenig Ute halt. Und es gibt hier Ecken wo ich mir denke, du großer Gott, da müsstest du echt mal wieder ran:
Der Eingangsbereich, wo ich ständig gegen Stapeln von Taschen, Mützen, Jacken und Schuhen ankämpfe, die, kaum weggeräumt, auf seltsame Weise wieder ihren Weg in den Hausgang finden.
Im Vorgarten, wo leicht vor sich hintrocknende Kübelpflanzen hässlich und braun werden, die mal wieder niemand gegossen hat und verschlissene Kissenauflagen auf den Bänken einfach nur häßlich aussehen.
Im Kinderzimmer, wo die Flut an im Kindergarten gemalten Bildern, gesammelten Objekten, Klamotten, die man einfach so hinschmeißt, Puzzleteile, die niemand mehr zuordnen kann etc., jede Schrankkapazität sprengen.
Im Keller, wo die Menge an leeren Kartons aus Internetbestellungen inzwischen sämtliche Regale verstopfen.
So geht es endlos weiter.
Und ich mitten drin gegen diese Eroberung meines Hauses ankämpfend, gegen Millionen von Hundehaaren, gegen ständige Schlieren auf Fenstern und Spiegeln, gegen Gassigehmatschfußspuren, gegen Unkraut im Garten, gegen Staub und Krümeln aus dem Katzenklo, gegen die Tatsache, dass wir einfach nicht genug Schränke für all unseren Kram haben, gegen die Tatsache, das der Haushalt in einer 3-Zimmer-Altbauwohnung überhaupt keine Vergleich zu einem 140 qm Haus mit Garten Hund, Katze und zwei Kindern ist.
Eigentlich hätte ich es mir denken können, aber ich bin echt überrascht. Ich habe heute geschlagene 8 Stunden geputzt, geräumt einfach mal Haushalt gemacht...(war mein freier Tag) von Wäsche mal komplett abgesehen, aber es sieht jetzt mal gerade so aus, dass man sagen, kann, ich muss nicht komplett in den Erdboden versinken, wenn jemand klingelt und reinkommt.
Was ich eigentlich sagen will, ich komme einfach nicht rum.
Der Vorgarten ist wieder ok, der Garten hinten eine Katastrophe, das Wohnzimmer ist aufgeräumt, gesaugt und gewischt, zum Staubwischen bin ich gar nicht gekommen, nur ein Kinderzimmer ist sauber, das andere nur aufgeräumt, die Küche ist aufgeräumt, aber weit entfernt von naja, hygienisch einwandfrei, die Bäder sind familien- aber sicher nicht besuchertauglich, das Arbeitszimmer wird nur noch abgesperrt, obwohl ich dort schon heftig zugange war. Fensterputzen....oje!
Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Häuschen, meinen Garten usw., aber das Ganze in Schuss zu halten, das finde ich schon echt anstrengend.
Wie regelt ihr das?