Donnerstag, 16. März 2017

Von Plänen und Wünschen


Kann man Mitte März noch über Pläne und Wünsche für das kommende Jahr  schreiben? Ein bisschen spät, ja aber wenn man sich nicht strikt ans Kalenderjahr hält, dann ist der Monat, in dem zumindest kalendarisch der Frühling beginnt, dafür genauso gut geeignet, wie der Januar.

Ich bin inzwischen sehr zurückhaltend mit Plänen, denn meistens kommt es doch anders als man denkt. Aber ob ich wollte oder nicht, ich habe mich dann trotzdem mal hingesetzt und mir überlegt, wie es jetzt eigentlich so weiter gehen soll die nächsten Jahre. Es gibt ja tatsächlich Menschen, denen die Jahre nichts ausmachen und die einen 50. Geburtstag genauso sehen wie jeden anderen, das Leben geht weiter, muss ja. Und es geht ja auch weiter und ja es fühlt sich überhaupt nicht anders an.

Aber trotzdem spuckt es in meinem Kopf herum. Meine Mädels sind 13 Jahre alt, brauchen mich zwar noch, aber mit jedem Jahr weniger. Meine Zeit, die nicht für die Kinder"aufzucht" und allem was dazu gehört, gefüllt ist, wird immer größer. Man kann diese Zeit natürlich jetzt füllen, mit Haushalt und Garten, oder mit Arbeit. Ich bin in der glücklichen Lage nur halbtags einer bezahlten Arbeit nachgehen zu müssen. Die Frage die sich bald stellen wird, stocke ich das auf, will ich das und wenn nein, was mache stattdessen?
Ich ertappe mich dabei, dass ich mir einrede einfach nur einen halben Tag den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen, das ist nicht recht. Da ist es wieder, das schlechte Gewissen der Frauen, jetzt hängst du nur zu Hause rum, machst dein Ding. Aber es gibt so viel, was mir eben auch am Herzen liegt, Dinge, die ich gerne in meinem Leben habe, die es bereichern und die es noch zu entdecken gilt. Und dann ist da natürlich auch immer wieder die Frage, wie lange hast du noch Zeit dein Leben mit den Dingen zu füllen, die du liebst.

Ich muss mich im Moment noch nicht entscheiden, noch brauchen meine Kinder und meine Familie mich, es ist noch Zeit, aber ich merke, dass ich ein paar Dinge ändern muss, um die Weichen für die Zukunft zu stellen und um herauszufinden, was ich wirklich mit mir anfangen will. In den letzten 13 Jahren hat ja auch oft eher die Pflicht regiert.

Hier meine ganz persönlich Wunschliste, 


1. Viel mehr Nähzeit

Im letzten Jahr habe ich mir kaum Zeit dazu genommen, immer war etwas anderes wichtiger, immer kamen mir Dinge dazwischen. Dabei ist das meine liebste Tätigkeit zum Entspannen, danach geht es mir immer besser, und das schöne ist, es kommt auch noch ein schönes Kleidungsstück bei rum. Außerdem fühle ich mich in der online Nähcommunity sehr wohl, all die vielen kreativen Köpfe, die ihren Stil leben und sich nicht durch den Mainstream beeinflussen lassen, das finde ich sehr inspirierend. Ich sauge sehr viel auf und da finde ich es nur recht, auch etwas zurückzugeben in Form von meiner Erfahrung auf dem Blog.

Ich habe ein Nähzimmer, ich kann also problemlos ein Projekt anfangen und alles stehen und liegen lassen, um am nächsten Tag daran weiterzuarbeiten. Theoretisch ist das ein Vorteil, praktisch ist das aber so, dass das Nähzimmer dann gerne mal zum Gerümpelraum mutiert, Bügelwäsche stapelt sich dort, Pakete, die auf Rücksendung warten, werden dort geparkt etc. So dass ich, wenn ich nähen will immer erst mal Freiraum schaffen muss. Damit dies in Zukunft nicht mehr so ist, habe ich meinen Tagesablauf ein wenig geändert. Und da kommen wir zu Punkt 2 auf meiner Liste:

2. Früher aufstehen, den Morgen anders gestalten

Damit ich Zeit habe, die Dinge auf meiner Wunschliste anzugehen, muss ich den Haushalt aus den Weg räumen. Ich bin leider ein Mensch, der im Chaos nicht kreativ sein kann. Ich brauche Ordnung. Das habe ich in der Vergangenheit dann halt am Nachmittag gemacht, nach der Arbeit, nach dem Mittagessen, nach der Lernunterstützung der Mädels und nach den Taxifahrten zu Sport und Freunden. Danach ist der Tag eigentlich gelaufen, für nichts mehr ist Energie und Lust da.

Deshalb erledige ich dies nun am Morgen vor der Arbeit. Meine Kinder sind groß genug, die brauchen niemanden mehr, der Ihnen das Frühstück und das Pausenbrot macht und serviert, beide kommen alleine klar. So sind, wenn ich auf die Arbeit gehe, die wichtigsten Dinge im Haushalt bereits erledigt, ich komme in ein sauberes, ordentliches Haus, das Geschirr ist weggeräumt, die Wäsche gewaschen und einsortiert, die Bäder geputzt, der Boden gesaugt und das Nähzimmer ist frei. Das ist eine wunderbare Erleichterung für mich, den nun kann ich den späten Nachmittag für mich und meine Interessen nutzen.

3. Italienisch sprechen lernen

Seit 8 Jahren lerne ich Italienisch, einmal die Woche, bei einer Privatlehrerin, wir sind nur zu zweit. Das ist sehr intensiv und inzwischen kann ich gut italienisch verstehen. Ich kann relativ problemlos ein Buch oder eine Zeitschrift lesen, ich kann leidlich verstehen, um was es geht, wenn jemand mit mir spricht. Leider kann ich es so gar nicht sprechen, wie immer bei einer Fremdsprache, die man nicht ausübt. Da reichen zwei Wochen Italien in den Ferien einfach nicht aus. Das möchte ich gerne ändern. Wie ich zu mehr Praxis kommen soll, weiß ich noch nicht, aber es wird bestimmt auch hilfreich sein, sich nicht nur in den Unterrichtsstunden, sondern auch dazwischen mit der Sprache zu beschäftigen.

4. Zehn Kilometer locker laufen können

Der Klassiker auf den Wunschlisten vieler Menschen. Laufen ist für mich neben dem Nähen Entspannung pur und ein 10 Kilometerlauf sollte eigentlich überhaupt kein Problem sein. Trotzdem bin ich in den letzten Jahren immer kurz vor dem Ziel aus gebremst worden, durch eine Erkältung oder durch ein hohes Arbeitspensum. Dieses Jahr will ich es endlich durchziehen. Für 10 Kilometer hält sich der Zeitaufwand fürs Training noch in Grenzen, das lässt sich im Alltag gut organisieren.

5. Anpassung meiner Garderobe an mich


Auch das liest man auf vielen "bucket lists" und Zielen für das neue Jahr. Tatsächlich hat das aber auch mit meinem Wunsch auf mehr Nähzeit zu tun. Mein Kleiderschrank hat noch zu viele Dinge, dich ich an mir nicht mag und zu wenige, die ich an mir gut finde. Da will ich auch gerne mal aus der Komfortzone raus. Einen Plan habe ich noch nicht. Aber wenn der mal steht, ist das definitiv ein eigener Beitrag wert.

Ein paar zusätzlich Sachen spucken mir noch im Kopf rum, aber das ist noch unausgegoren, die brauchen noch ein wenig Brutzeit.

Mal sehen, was das Jahr so bringt, ob ich die Liste noch ergänze, was ich davon tatsächlich umsetze und was gar nicht gelingen will.



Die Bilder sind von meiner weißen Bluse, die ich zwar schon hier beschrieben, aber noch nicht angezogen gezeigt habe. Ich mag sie sehr, ein Klassiker und ich hoffe, dass das Wetter nun endlich mal so wird, dass ich sie auch oft tragen kann.



Donnerstag, 12. Januar 2017

Stilphilosophie



Es gibt eine neue Blogserie, die ich sehr interessant finde und ich hoffe, dass sich zahlreiche Bloggerinnen daran beteiligen.

Nicole Gugger ruft auf ihrem Blog "Art und Stil" zur "Stilphilosophie" auf. Basierend auf dem Buch "Frauen und Kleider" stellt sie regelmäßig Fragen rund um das Thema Kleidung und Stil. Das Buch habe ich noch nicht gelesen, steht aber schon auf meiner Einkaufsliste.

Da ich im Moment welpenbedingt kaum zum Nähen komme, kommt mir die Serie gerade recht, wollte ich doch meinen Blog nicht schon wieder einschlafen lassen.

1. Welche Unterhaltung über Mode oder Stil hat dich verändert?


Gar keine, zumindest nicht dass ich wüsste. Mein bevorzugter Kleidungsstil hat sich im Laufe der Jahre entwickelt, ohne dass es da gravierende Änderungen gegeben hätte. Es gibt auch nicht wirklich jemanden, mit dem ich mich darüber großartig unterhalten würde. Das liegt vielleicht auch am Alter? Kleidung kaufen, das mache ich inzwischen alleine ohne Freundin und bei meinen Freunden ist Mode und Stil kein wirkliches Thema.
Eine Ausnahme macht in den letzten Jahren allerdings die Nähcommunity, da ist das Thema natürlich allgegenwärtig und das macht mir auch viel Spaß und Freude, darüber zu lesen.

2. Mit wem redest du über Kleidung?


Eigentlich schon beantwortet, mit niemanden. Das ist im Reallife kein Thema in meinem Umfeld. Im Netz dagegen, ja, mit den Selbernäherinnen.

3. Glaubst du, du hast Geschmack oder Stil? Was ist dir wichtiger? Was verstehst Du darunter?

Ich habe natürlich beides, grins. Ob ich Stil habe, das kann ich nicht beantworten, aber mir gefällt an mir ein bestimmter Stil, mich zu kleiden. Mir fällt auch auf, dass mir immer wieder die gleichen Silhouetten, die gleichen Farben, die gleichen Schnitte an mir gefallen. Selten mache ich Experimente und wenn ja, fühle ich mich meistens nicht wohl. Das hat aber auch viel mit Proportionen zu tun. Ich gebe allerdings zu, dass ich da nur selten aus meiner Komfortzone komme.

Geschmack ist etwas sehr subjektives, ich habe Freundinnen, die einen bestimmten Stil haben, der mir aber gar nicht gefällt, haben die dann einen schlechten Geschmack? Und es gibt andere, die nicht meinen Stil haben, deren Kleidung mir aber trotzdem gefällt, nur mir nicht stehen würde. Über Geschmack lässt sich streiten, über Stil eher nicht.

4. Wenn Du Dich nur mit Klamotten beschäftigen würdest, und man dich als Expertin nach deiner Stilphilosophie fragen würde, was würdest du sagen?

Das ist eine schwierige Frage, aber wenn ich mir so anschaue, bei welchen Personen ich der Meinung bin, dass sie Stil haben, haben diese Menschen immer eine sehr stimmige und authentische Garderobe, die zu ihnen passt. Person und Kleidung passen zusammen. Man merkt schon, ich hab es nicht so mit Stilbrüchen.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Kayleigh

Wer hat sich denn da unter den Weihnachtsbaum geschlichen?


Fünf Monate ist es nun her, dass unsere Belana gestorben ist. Dass wir wieder einen Familienhund habe werden, war nie ernsthaft in Zweifel gestanden und diese Rasse hat es uns angetan, seitdem ich einmal eine Welpenmeute durch unser kleines Dorf  wuseln sah.

Kayleigh ist 8 Wochen alt und ein Chodsky pes, eine in Deutschland wenig bekannte Hunderasse aus Tschechien. Seit Heilig Abend ist nun bei uns und wir können gar nicht glauben, dass nun auch endlich wieder ein Hund durchs Haus läuft.

Leider ist unsere Frieda so gar nicht glücklich über unseren Familienzuwachs und verbringt die Tage jetzt lieber im Schrank. Gestern war die Lachspastete aber so verlockend, dass sie dann doch um mich rumgeschnurrt ist. Ich hoffe, sie hat mir verziehen.

An Bildern mit mir im Weihnachtskleid war natürlich nicht zu denken. Ich hatte es nämlich gar nicht an. Kleine matschigen Pfotenabdrücke, vom gefühlt hundertsten Mal den pinklenden Welpen nach draußen tragen, kommen an dem Kleid nicht so gut. Aber die Maus bemüht sich redlich und vielleicht klappt es ja an Silvester.

Die Geschenke an Weihnachten waren verständlicherweise heuer Nebensache, aber für mich lag das neue Buch von Frau Nahtzugabe unterm Weihnachtsbaum.


Ein Materiallexikon, das ich schon lange gesucht und nie gefunden habe, zumindest nicht auf deutsch. Ergänzt wird die jeweilige Stoffebeschreibung in alphabetischer Reihenfolge durch Verarbeitungstipps, Nadelstärken und Bügelhinweisen. 
Ganz besonders gut gefällt mir, dass das kleine Büchlein schön kompakt ist und beim Stoffkauf bequem in die Handtasche passt.

So und nun gehe ich das gemütlichste und bequemste Hundekörbchen für mein Nähzimmer kaufen, dann wird das bestimmt auch Kayleighs Lieblingszimmer.