Mittwoch, 12. August 2009

Generation "Rücksitz"

Bald sind Ferien und es wird hier etwas ruhiger.


Jetzt habe ich wieder mehr Zeit zum Schreiben, für den Garten, und was mir sonst so Spaß macht. Und natürlich auch für die Kinder. Mein Gott, in letzter Zeit hatte ich wirklich kaum Zeit für die beiden. Deshalb und weil ich im letzten Spiegel von der "Generation Rücksitz" gelesen habe, immerhin karre ich die Kinder ja auch überall hin, bin ich heute beschwingt in den Kindergarten gelaufen, um die Damen zu Fuß abzuholen. Kinder brauchen Bewegung, sie sollen viel laufen, es war nicht zu heiß, wir kommen auf dem Weg bei Enten vorbei...schön, wenn man auf dem Land lebt oder? Ich freute mich wirklich auf den Spaziergang und fühlte mich großartig als verantwortungsbewußte Mutter.


Kaum im Kindergarten angekommen (ich war ein wenig verschwitzt, denn in der Minute, als ich aufgebrochen war kam die Sonne raus), brüllten mir meine beiden schon entgegen, warum ich denn schon wieder so früh da sei, sie wollten noch bleiben. Darüber hinaus hatte unsere unvergleichliche Frau P. wohl Großputz gemacht, und alles, aber auch alle Habseeligkeiten, die die Kinder im Laufe des Kindergartenjahrs angesammelt hatten lagen zum Mitnehmen bereit. Prima!


Ich konnte Johanna und Louisa dann erstaunlicherweise doch überreden, ihre Rucksäcke selbst zu tragen, damit ich den Rest schleppen konnte. Wir sind dann beschwingt aufgebrochen, die Mädels inzwischen in bester Stimmung, schön plaudernd, bis zum Metzger. Der ist ungefähr 300 Meter vom Kindergarten weg. "Mama, wo hast du eigentlich geparkt?" Ich, fröhlich "Zu hause, wir laufen heute!" Sofortiger absoluter Zusammenbruch beider Kinder..."Mama, ich schwitze soooooo!"...."Ich brauche sofort was zu essen..", "Ich verdurste!!!!!!". Mit Mühe und Not schafften die Kinder es bis zum Brunnen in der Ortsmitte, zum Schluss auf allen vieren. "Ich kann nicht mehr!" Wir mussten eine Weile auf der dortigen Bank im Schatten rasten. Wir hatten immerhin bis jetzt 0,9 KM zurückgelegt.


Ich stellte eine Eispause bei der Norma in Aussicht. Misstrauisch "Welche Norma, wo ist die?" Zur Erläuterung, wir fahren dort täglich vorbei, dort befindet sich unser Metzger und unser Bäcker, wir sind dort minimum 1 x am Tag. Als ich dies erklärte, machte sich ein wenig Erleichterung breit. "Auch Colaeis?", "Jaaaaaaaaaaaa, auch Colaeis!" Zwei Kindelein dopsten und sprangen mit Feuereifer zur Norma und holten sich ihr Eis. Ein Drittel der Strecke war geschafft. Der Rest der Strecke ging prima, bis das Eis gegessen war, danach musste man sich für Pausen auf den Boden schmeißen vor Erschöpfung und Hitze (22 Grad)


Nach lächerlichen 45 Minuten für 2 km waren wir endlich zu hause. Ich war auch ein wenig geschafft, denn immerhin hatte ich ja fast alles geschleppt. Als ich Johanna darauf aufmerksam machte, dass sie ja wohl ihre Schuhe aufräumen könnte, wenn ich nun alles andere geschleppt habe und es nun aufräumen würde, kam ein knappes "Tja, so ist das Leben!"


Fünf Minuten drauf klingelte ihre neue Busenfreundin, in Windeseile hatten die Damen ihre Schwimmsachen eingesammelt, um die Strecke, für die wir 15 Minuten gebraucht hatten in Rekordzeit zu bewältigen, um bei M. Baden zu gehen.


Morgen, fahre ich wieder!

1 Kommentar:

  1. Hihihi... Was für eine Geschichte! ;-)
    Kichernde Grüße
    Katharina

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