Mittwoch, 21. März 2012

Das Nähfragezeichen Nr. 32 und kein MMM

Schon längst wollte ich mal bei Maikes Nähfragezeichen mitmachen. Immer ist irgendetwas dazwischen gekommen. Aber diesmal bin ich dabei (auch wenn es ja schon wieder ein Neues gibt), weil ich tatsächlich glaube, dass wir ein wenig im Einheitsbrei versinken, was Kleidung betrifft. Ich nehme mich da (noch) nicht aus, insbesondere im Beruf. Hier also mein Plädoyer für das Kleid.

Die Frage war diese Woche ja folgende:

Warum ausgerechnet Kleider?
Beim MMM ist es nicht zu übersehen. Hobbyschneiderinnen lieben es, Kleider zu nähen. Warum eigentlich? Was ist dran am Kleid? (Das Knotenkleid lass ich mal außen vor, das habe ich noch nicht genäht, und bin mir auch nicht sicher, dass ich das mal machen werde)
Was ist dran am Kleid?
Ich kenne so gut wie keine Frau, die in Jeans besser aussieht als im Kleid. In einem gut sitzenden Kleid, wohlgemerkt. Natürlich können Kleider auch an einem hängen wie Säcke. Ein Kleid muss die Figur betonen, nicht verstecken und da ist die Art der Figur vollkommen egal. In der Regel ist figurnah da auch immer besser wie Wallewalle-Kleider. Und ich habe auch immer noch ein Problem mit der Kleid über Hose-Variante, weil ich es einfach immer hübsch finde, wenn man ein wenig Bein sieht. Überhaupt finde ich, dass sehr viele Frauen ein Problem damit haben, ein wenig Bein zu zeigen. Meist werden sie versteckt, entweder unter Stiefeln oder mit blickdichten Leggings, und wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich damit ein wenig hadere, mir gefällt das nur bei sehr wenigen, sehr stilsicheren Frauen. Aber ich bin, wie so viele Frauen, auch sehr verfroren und da muss man dann schon auch mal Kompromisse machen.

Natürlich schließe ich mich dem allgemeinen Tenor an, ich liebe Kleider und habe noch viel zu wenig davon. Dabei sind sie einfach super praktisch.

Und weil das so ist, habe ich heute angefangen, eines zu nähen. Und beim Nähen von diesem wunderbaren Kleid, weiß ich nun wieder genau, warum ich es so gerne mache, warum ich so gerne an der Nähmaschine sitze.

Seit über zwei Jahren liegt der Stoff hier, seit über zwei Jahren überlege ich wofür er taugt, großer Gott, rosa mit Blümchen für mich, einer Frau von 45 Jahren? Immer wieder habe ich ihn mir angeghalten, immer wieder überlegt. Doch nur ein Rock? Aber was dazu kombinieren? Und dann hatte ich ja auch nur zwei Meter davon. Und dann wusste ich es irgendwann, das kann nur ein Kleid werden, ein wunderbares Kleid, ein wenig Fifties, sehr sommerlich. Beim Durchblättern meiner Burdas viel mir ein Schnitt ins Auge, der mir vorher gar nicht aufgefallen war, DER Schnitt fürs Kleid mit genau diesem Stoff.

Und als ich es zugeschnitten habe, da viel mir dieser Rest von weißem Taft in die Hände. Wow, ein Kleid mit einem raschelnden Seidentaft als Unterkleid und Futter. Wie luxuriös ist das denn....

Ganze 26 Euro wird mich dieses Kleid kosten, es wird mir auf den Leib geschneidert sein, ist mit Seidentaft gefüttert und hat Miederstäbchen im Oberteil, ganz viel Spaß macht es, es zu nähen, denn es passt ohne Änderung wie angegossen und ich werde mich fühlen wie ein Filmstar, wenn ich es im Sommer trage.

Niemals, niemals im Leben hätte ich mir so ein Kleid gekauft, ich hätte es noch nicht mal im Laden angeschaut, weil ich mir immer gedacht hätte, mein Gott, wann sollst du das denn Anziehen. Beim Nähen bin ich da verschwenderischer, und beim Nähen sind mir ganz viele Gelegenheiten eingefallen, es zu tragen.

Es ist noch nicht fertig, das Futterkleid fehlt noch, aber hier könnt ihr schon mal luschern. Ich liebe es jetzt schon, und wird bestimmt an dem ein oder anderen MMM zu sehen sein.


Und um den Bogen dann mal wieder zum Ausgang zu bekommen.

Kleider machen Frauen, wie schön, dass wir sie tragen können.

MMM fällt heute bei mir aus, ich fahre heute Nachmittag bis morgen Abend nach Bremen und habe keine Zeit für Bilder. Aber vielleicht habe ich heute Abend im Hotel ein wenig Zeit zu schauen, was ihr so gemacht habt.

Kommentare:

  1. Liebe Ute,
    waaaas? 45? Echt jetzt? Das hätte ich nicht vermutet! Ich dachte, wir wären ungefähr im selben Alter.
    Dein Kleid ist wunderschön! Damit kannst Du dann so richtig angeben im Sommer :)

    Schönen Frühlingsanfang!
    Christel

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  2. Den Burda Schnitt habe ich in einer der Zeitungen gesehen und war sofort verliebt. Ich weiß nur nicht welchen Stoff ich nehmen soll

    LG Dane

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  3. Liebe Ute ,
    stimme mit Deiner Nähfragezeichen Antwort total überein . Und Stoff und Schnitt haben sich ja sowas von gefunden ! Es wird wunderbar an Dir ausssehen . Ach , und warum lese ich Deinen Post erst jetzt ??? Du in Bremen ? Kommt das öfter vor ? Dann würde ich das nächste mal gern mit Dir nach getaner Arbeit ein Glas Wein trinken , wenn Du magst ( wenn ja mail mich doch einfach rechtzeitig an
    Liebe Grüsse Dodo

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  4. Hallo Ute ich komme erst jetzt dazu dein Blog zu besuchen. Auf dein Kleid an der Frau bin ich ja sehr gespannt, da muss es bald Sommer werden.
    Dein vorheriger Post war sehr interessant und ich denke deine Situation ist/war durchaus typisch. Ich denke auf dem Arbeitsmarkt muss sich noch einiges ändern, es kann ja auch nicht im Interesse der Wirtschaft/Staates sein, dass gut ausgebildete fähige Frauen aufgrund struktureller Missstände (ich formuliere das jetzt mal ganz provaktiv so)ihren eigentlichen Job nicht ausüben können. ich mache mich nun selbständig, um das Problem händeln zu können, das ist in meiner Branche auch nicht unüblich, aber in vielen anderen Berufen gar nicht möglich.
    Viele Grüße
    Julia

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  5. Huch, diesen Post hatte ich ja bisher übersehen! Wie gut, dass ich ihn noch gefunden habe. Ein schönes Kleiderplädoyer und auf dein Kleid freue ich mich jetzt ganz besonders!

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