Sonntag, 25. März 2012

Wochenendnähen und "The Rules of Couture"

Ich hatte einen Flow!

Nach der Nähabstinzenz durch die Bremer Geschäftsreise und den bei mir immer darauf folgenden Zustand der kompletten Erschöpfung (von Nürnberg nach Bremen ist halt einfach einmal längs durch die Republik), konnte ich, nachdem ich Freitag auf Samstag über 12 Stunden geschlafen hatte, Samstag nach dem Frühstück mich sofort ins Nähzimmer zurückziehen. Und es hat einfach alles gepasst! Ich habe sage und schreibe 7 Stunden genäht. Nicht am Stück, aber immerhin.

Das Kleidchen ist fertig, bis auf ein paar Handnähte und ein Problemchen mit dem Futterkleid, dass mich ein wenig ausgebremst hat. Jetzt warte ich irgendwie auf Meike und den virtuellen Nähtreff beim Tatort, um den Rest fertig zu machen. Ich hoffe, sie hat heute nichts anderes vor.

Tatsächlich ist auch die Saumfrage an dem Kleidchen noch nicht gelöst, deshalb habe ich meine Nähbücher heute morgen gewälzt. Ein Lösung habe ich zwar noch nicht gefunden, aber dafür etwas anderes, das ich euch nicht vorenthalten möchte, auch wenn es die ein oder andere schon kennt. In Roberta Carrs Buch "Couture - The Art of Fine Sewing" bin ich auf die 10 "Rules of Couture" gestossen. Hier sind sie:

  1. Sew with your head.
  2. Maintain accuracy.
  3. Let grain be paramount in all decisions.
  4. Talk to the fabric and listen to the fabric talking to you.
  5. Reduce bulk whereever possible.
  6. Understand that couture requires judgement.
  7. Know that your hands are your best sewing tools.
  8. Accept the fact that pressing and sewing are synonymous.
  9. Anticipate that the final garment will show "evidence of effort".
  10. Enjoy the process as well as the result.

Ich muss gestehen, ich bin weit davon entfernt "Couture" zu nähen, aber diese "Regeln" haben doch ihre Berechtigung und auch bei dem gerade genähten Kleid habe ich an der ein oder anderen Stelle 9 von 10 davon nicht beachtet.

Insbesondere Regel 1 kommt mir da immer gerne mal in die Quere. Was Regel Nr. 4 betrifft muss ich gestehen, da fehlt mir einfach die Erfahrung, es fällt mir sehr schwer, den richtigen Stoff für ein Projekt auszuwählen, und ich brauche oft ewig, bis ich weiß, nach welchem Schnitt der Stoff schreit.
Dafür tue ich mir mit Regel Nr. 8 leicht, meine Mama hat mir das eingetrichtert, dass neben der Nähmaschine immer auch das Bügeleisen zur Stelle sein muss.

Regel Nr. 6 gefällt mir am allerbesten, denn das macht den Reiz des Nähens aus, aber auch das was uns oft zur Verzweiflung treibt, weil wir uns nicht entscheiden können. Wie lange soll nun der Rock sein, wie lange die Ärmel, wo sollen die Knopflöcher hin, welches ist das beste Futter, welche Stoffe passen zusammen und passt das, was ich da mache überhaupt zu mir? All diese Entscheidungen....Je länger ich nähe umso leichter fällt mir das, denn was solls, wenn es nicht passt, dann nähe ich halt etwas Neues....

Kommentare:

  1. Hallo Ute,
    was ist genau mit deiner frage am saum? und welche art saum und stoff sind das?

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  2. Hallo,

    es ist ein runder Saum, wie bei einem Tellerrock. Das Futter werde ich mit Schrägband einfassen, aber beim tatsächlichen Kleid bin ich noch unsicher. Es ist ein normaler Baumwollstoff.

    Gruß Ute

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  3. ok, ich nähe tellerocke schon seit eh und je.
    es gibt mehrere methoden.
    die einfachsten 2 für sich wären z.b., wenn du unterwäsche elastische spitze kaufst und sie auf den saum links auf recht annähst, minimal dabei ziehend.
    da der untere radius länger ist, muss dieser stoff gleichmässig eingereiht werden auber auch so,dass es sich nciht beult.bei meinem kostüm rock kannst du das kaum sehen, obwohl das genau die gleiche methode ist.
    du kannst aber natürlich ein rosshaar-band kaufen- er hat oben ein faden und wenn man ihn auf den dssaum aufnäht, zieht man dann oben den faden,damit der band sich schön ind die rundeng legt...
    mit der spitze ist einfacher..
    oder du overlockst den saum und steppst von RECHTS!!!(damit keine schrägzüge auf der rechten seite entstehen) ca 3-5 mm vom umbruch.
    oder du machst babysaum-umbruch 1-2 mm von umbruchlinie absteppen, dich an die naht die nahtzzugaben wegschneiden- umbruch-in die gleiche naht nochmal....
    hier nochmal beispiel mit spitze.auf dem letzten foto sieht man die spitze. der stoff war megadünn und weich-eine art batist- das ist liberty tana lown:
    http://club.season.ru/index.php?s=&showtopic=22264&view=findpost&p=473673
    wenn du fragen hast, schreib mir eine email(die add steht auf meinem blog)

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  4. P.S. und genau auf dem futter(da wusste ich nciht,dass es eine rolle spielt) sieht man sdie schräge züge am saum von futter- nur von RECHT steppen!dann hat man diese lästige schrägzüge links.

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  5. P.S.S.
    hier ist die methode mit rosshaar band:
    http://www.blogforbettersewing.com/2010/06/magic-of-horsehair-braid-little.html

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  6. hier ist babyhem-methode(empfehle bei allen dünnen stoffen):
    http://www.burdastyle.com/techniques/baby-hem
    wenn du tellerrock hast- muss er bevor du das weiter mit dem saum machst 3-4 tage mit gewichten abhängen!es ist ganz wichtig! denn im schrägen verlauf wird der sdaum sich weiter dehnen. guck bei meinem blog foto mit den wäscheklammern.

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  7. Wow super, vielen, vielen Dank. Das werde ich mir mal in Ruhe anschauen.

    Ja, der Rock hängt schon seid gestern aus. Ich hoffe, dass ich Mittwoch Säumen kann.

    Ute

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