Montag, 24. September 2012

Herbstgarderobe

Es wird ja nun definitiv Zeit, sich Gedanken zu machen.

Und tatsächlich sind ja einige Sew Alongs in der Nähbloggerwelt im Gange. Mantelnähen mit Cat und Lucy, Taschen bei Meike, Bleistiftröcke bei Julia und Immi macht einen SWAP. Wäre ja DIE Gelegenheit in die Puschen zu kommen.

Aber ich tu mir so hart mit dem planvollen Nähen, also so zu einem bestimmten Termin mit einem ganz bestimmten Teil fertig zu sein. Das ist schon beim Weihnachtskleid und dem Blümchenmonat in die Hose gegangen.
Allerdings hat mir das spontane Nähen ganz viele Einzelstücke eingebracht, meist fehlt mir ein Teil zum Kombinieren. Meine ganzen schönen Kleider konnte ich in diesem Sommer gar nicht tragen, die sind nämlich ziemlich auf Figur genäht und schon 2 Kilo mehr sind da fatal. Ich habe schlicht nicht mehr reingepasst und wenn dann nur mit ganz viel Luft anhalten. Nicht wirklich das Gelbe vom Ei.

Deshalb habe ich mir mal Gedanken gemacht, was ich denn eigentlich so brauche, Tag ein, Tag aus.

Ich arbeite halbtags in einer Rechtsanwaltskanzlei als Betriebswirtin. Das heißt, es ist also Businessoutfit gefragt. Das allerdings nur bei offiziellen Terminen vor Ort, Mandanten kommen eher selten in die Kanzlei, so dass ich relativ oft auch eher leger in die Arbeit gehen kann. Gut angezogen sollte man trotzdem sein. Und noch viel besser wäre es, wenn ich dann mit diesen Kleidern den fliegenden Wechsel hin bekommen würde, ohne großes Umziehen, wenn um 14.00 Uhr dann Hausaufgabenbetreuung, Besorgungen und Taxidienste u.ä.anstehen.

Die Quadratur des Kreises?

Für die ganz offiziellen Termine bin ich gut gerüstet, klassische Kostüme und Hosenzüge mit Blusen in grau, schwarz und blau. Grauenhaft langweilig und nicht ein Teil selbstgenäht, aber praktisch, da man nie überlegen muss. Ich mag so was.

Aber beim Rest, da ist noch ganz viel Potenzial nach oben. Eine kleine neue Garderobe muss her.

Ich möchte gerne ein oder mehrere Gesamtoutfits nähen, je nach Zeitlage, die man morgens im Büro und mit wenig Änderungen dann auch nachmittags im Alltag tragen kann. Dafür werde ich erst mal die vorhandenen Stoffe nutzen und diese nur entsprechend ergänzen, die Teile werden also nur bedingt komplett miteinander kombinierbar sein. Endziel sollte allerdings schon sein, irgendwann mal eine kleine Kollektion zu haben.

Seitdem ich nähe, bin ich in Bezug auf meine Lieblingschnitte schon erheblich weiter. Enge Röcke stehen mir eher als weite, alles was in der Taille bauscht, ist für mich nicht so günstig. Blusen lieber als T-shirts, wenn T-shirts, dann mit Knopfleiste oder einem weiteren Halsaussschnitt. Ich habe verhältnismäßig breite Schultern, Deshalb trage ich gerne Blazer. Ich habe lange Beine und mag Hosen, auch die in den Blogs oftmals verteufelten Jeans, ich habe bei Röcken im Winter einfach ein Schuh- und Strumpfhosenproblem. Mein Favorit sind normalweite Stoffhosen ohne Bundfalten. Ich habe eine Kaufhose, die sitzt perfekt, mal sehen, ob ich einen Schnitt finde wie dieser. Ich trage gerne lange Strickjacken mit Gürtel, aber auch Twinsets.
Grundsätzlich fühle ich mich in einfachen, klassischen Schnitten wohler. Ich habe in diesem Jahr für meine Verhältnisse viele "verspielte" Dinge genäht, aber so ganz ist das nicht meine Richtung. Ich muss allerdings auch aufpassen, dass meine Kleidung nicht zu langweilig wird und ich rumlaufe wie ein Azubi, der eine Banklehre macht.

Beginnen werde ich mit diesen 3m Wollmischgewebe in schoko/schwarzem Fischgrätmuster. Den Stoff habe ich mal sehr günstig bei Karstadt erworben. Grundsätzlich steht mir Braun nicht, es sei denn es ist so ein dunkles Schokobraun und wird mit einer "frischen" Farbe kombiniert.

Es wird daraus ein Rock, ähnlich wie mein "Glockenrock" in Weinrot. Ich mag die Form sehr gerne, die ist nicht so streng, wie ein Bleistiftrock, geht aber prima für die Arbeit. Die Jacke dazu kommt aus einer Diana. 

Mir gefällt die kurze legere Form der Jacke, sie lässt sich bestimmt gut kombinieren.
Bitte entschuldigt die schlechten Bilder, sind mit dem Handy gemacht.

Leider muss meine Nähschine heute noch einmal zum Doc, die dünnen Stoffe machen ihr zu schaffen. Bis sie wieder da ist, ist aber Zeit zum Zuschneiden, Zubehör besorgen und Pläne schmieden.

Kommentare:

  1. Hallo Ute,

    swap doch mit! Die Regeln sind doch nicht sooo streng...das schaffst Du.

    Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen skeptisch wegen Deiner Stoffwahl. Wenn Du sagst braun steht Dir nicht so gut, dann gehe ich davon aus, dass Du auch nicht besonders viele Kombiteile dazu hast, oder? Ich mag braun sehr, es steht mir aber überhaupt nicht. Ich habe jetzt wirklich "brutal" ausgemistet, da ich ansonsten immer wieder auf der Suche nach den passenden Schuhen, Strümpfen, Accesoires und natürlich Kombiteilen bin. Ich bin jetzt wirklich dabei, mich komplett auf Grau und Blau als Grundfarbe umzustellen. Dann habe ich (hoffentlich)weniger Klamotten, kann diese aber dann einfacher und effektiver kombinieren.

    Zu Deiner Schnittwahl gibt es nichts hinzuzfügen, außer: Ja! Den Rock mag ich sehr.

    Viele Grüße
    Gaby

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    1. Das stimmt, wenn ich vor hätte, diese zwei Teile mit anderen Brauntönen zu kominieren. Das geht bei mir gar nicht. Aber schwarz, alle kühlen Blautöne, weiß oder vielleicht so gar rot, kann ich mir dazu schon vorstellen. Mal sehen, der Stoff liegt ja nunmal da, dann muss auch was draus werden.

      Gruß Ute

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  2. Na, da bin ich aber sehr gespannt, auf deine Herbstgardarobe. Allerdings würde mich es etwas hemmen, auf der Suche nach diesen eierlegenden Wollmilchsäuen zu sein, die im Geschäft gut aussehen und dann nahtlos ins Nachmittagsprogramm wechseln zu können. Ich bin gespannt. Es muß irgendwas geben, zwischen den wunderschönen Kleidern, für die manchmal die Alltagslaune nicht reicht und den schnöden Sachen, die wir vorher getragen haben. Ich bin gespannt.

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    1. Hallo Meike,

      hmmm, mal sehen ob das gelingt, einfach ist das tatsächlich nicht. Aber meine Mädels sind ja schon älter und der Alltag findet bei mir nicht mehr auf dem Spielplatz statt. Die Damen müssen zu Hip Hip, oder Ballett gefahren werden, wir gehen Einkaufen, haben Arztbesuche zu erledigen, gehen Kaffeetrinken oder am Wocheende ins Museum oder zum Essen oder machen einen Stadtbummel.
      Den schnöden Hausputz daheim erledige ich dann tatsächlich wieder in popeligen T-hirts und Jeans.

      Gruß Ute

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  3. Das was du da schreibst, kann ich hundertprozentig nachvollziehen. Ich kann auch nicht gut planen und hätte so gern eine "Garderobe", die den Namen auch verdient. Es fällt mir schon schwer beim Stoffkaufen, weil ich da meist nur eine vage Vorstellung von dem habe, was ich will und dann mich dann beim Kaufen immer von Zeug verlocken lasse, das wirklich zu gar nichts passt.
    BIn gespannt auf deine Fortschritte, vielleicht inspiriert es mich ja...
    GLG
    Annette

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  4. Ja, ich kann es auch sehr gut nachvollziehen was du schreibst. Wie lange es aber doch auch braucht bis man für sich selbst heraufindet was man möchte, was geht, usw.! Drei Jahre nähe ich jetzt schon und erst jetzt beginne ich zu reflektieren und meine KLeidung auch mal als ein Ganzes zu betrachten und zu analysieren.
    Dein Fazit: "Eine kleine neue Garderobe muss her." finde ich gut. Das hört sich gut an udn ich kann mir die kleine Garderobe jetzt schon ganz gut vorstellen.
    Die Jacke gefällt mir auch, das wär auch was für mich (aber ich habe leider keine alten 'Dianas')

    Liebe Grüße
    Immi

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